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Stärke dein Selbstvertrauen

Warum bist Du so hart zu dir selbst?

Selbstreflexion lässt uns oft erkennen, dass wir zu rücksichtslos mit uns selbst sind. Den ganzen Weg von den Führungsgurus bis hin zu den Medien (sogar Zahnärzten) versuchen alle, uns mit diesem Selbstvertrauensquatsch zu täuschen. Man muss gut aussehen und sich gut fühlen, um die Welt zu erobern, sagen sie dir.

Was jeden ängstlich macht, ist dass egal wie sehr Du dich anstrengst, egal wie erfolgreich Du bist, egal wie gut Du bist – es nie genug ist.

„Sei freundlich zu dem den Du triffst, er kämpft einen härteren Kampf als Du“.

– Platon

Der Rat „sei zuversichtlicher“ verletzt uns – je mehr wir versuchen unser Selbstvertrauen zu stärken, desto mehr Schaden verursachen wir.

Sich über deine Komfortzone hinaus zu wagen ist eine Sache, zu hart zu dir selbst zu sein ist eine andere. Den Unterschied zwischen den beiden nicht zu verstehen, behindert sowohl dein Potential als auch deine Beziehungen.

Die Selbstachtung-Falle ist gefährlich

Unsere Kultur ist in einem hohen Selbstwertgefühl verwurzelt – man muss besonders, einzigartig und überdurchschnittlich sein.

Dieser Druck ist falsch prätentiös. Indem wir versuchen, in den Augen anderer besonders zu werden, machen wir die Akzeptanz zu einem beweglichen Ziel. Wir erfüllen niemals die Erwartungen anderer Menschen, auch nicht unsere eigenen.

Selbstachtung ist eine trügerische Falle – wenn man einmal gefangen ist, ist es fast unmöglich, sich selbst zu befreien.

Wir erleben eine narzisstische Epidemie – wir belohnen und fördern Eitelkeit mehr denn je. Die amerikanischen Akademiker Jean Twenge und Keith Campbell fanden heraus, dass narzisstische Persönlichkeitsmerkmale von den 1980er Jahren bis heute genauso schnell anstiegen wie die Fettleibigkeit.

Es ist nicht überraschend, dass Selfies zum Mainstream geworden sind – die Leute sehen sich lieber als den Ort, den sie besuchen. Wer interessiert sich für das Taj Mahal? Wir wollen sicherstellen, dass alle sehen, dass wir dort waren.

Es ist nichts falsch an Selfies – die narzisstische Falle daran ist das Problem. Früher haben die Leute Fotos gemacht, um sich zu erinnern, was sie gesehen haben. Jetzt machen viele Selfies, um sich daran zu erinnern, wie sie für die Anderen dort ausgesehen haben – sie wollen die Gewissheit haben, dass jemand sie bemerkt.

Eine Kultur, die narzisstisches Selbstvertrauen fördert, tut alles andere als uns zum Erfolg zu verhelfen. Das Bedürfnis, um jeden Preis zu gewinnen, treibt die Menschen dazu, in der Schule, beim Sport oder bei der Arbeit zu betrügen – sie betrügen am Ende auch sich selbst.

Übersteigertes Selbstvertrauen ist die gefährlichste Folge der Vertrauensfalle

Übersteigertes Selbstvertrauen zwingt dich, dich mit anderen zu vergleichen: anstatt zu deinem eigenen Maßstab zu werden, lässt Du andere bestimmen, worum Du dich kümmern sollst. Ständige Vergleiche erzeugen die beiden giftigsten Emotionen: Neid und Eifersucht.

Sie macht dich blind. Wenn wir uns zu selbstsicher fühlen, hören wir auf, auf andere Standpunkte zu hören – unsere Perspektive ist die einzige, auf die wir achten.

Der Wunsch, besser als alle anderen zu sein, nimmt überhand. Arroganz ist ein Schlag, den Du nicht kommen siehst – sie haut dich unerwartet um.

Du misst dich an deinem Äußeren: die ‚Ich-Kultur‘ bringt uns dazu, uns primär auf das Äußere zu konzentrieren. Wir glauben, dass gutes Aussehen uns mehr Selbstvertrauen gibt. Forschungen zeigen, dass Selbstwertgefühl direkt mit der eigenen Schönheit verbunden ist, besonders bei Frauen.

Der schlimmste Teil? Selbstwertgefühl ist abhängig vom Erfolg – wenn Dinge schief gehen, fühlt man sich miserabel.

Der Druck ist viel zu hoch – die meisten Menschen glauben, dass sie eine Erlaubnis brauchen, um freundlich und mitfühlend zu sich selbst zu sein. Nach Paul Gilbert kann jeder Selbstmitgefühl entwickeln.*

„Freundlichkeit ist nicht nur eine Frage der Art und Weise, wie man andere behandelt. Sie wurzelt darin, wie man sich selbst behandelt.“

– Londro Rinzler

Selbstmitgefühl schlägt Selbstvertrauen – jederzeit

Das Streben nach Selbstachtung steht in direktem Zusammenhang mit Angst- und Depressionsstörungen. Untersuchungen zeigen, dass wir dazu neigen, uns selbst durch die Augen anderer zu betrachten – besonders als Teenager.

Bei Selbstachtung geht es darum, die eigenen Fähigkeiten mit denen anderer zu vergleichen, was zu einer (oft negativen) Bewertung oder Beurteilung führt. Bei Selbstmitgefühl geht es darum, offen zu sein und von den eigenen Erfahrungen und Gefühlen bewegt zu werden – es ist eine nicht wertende Sichtweise unseres Selbst (sowohl unserer Gewinne als auch unserer Misserfolge).

Selbstvertrauen entsteht aus Angst – wir erschaffen eine perfekte Maske, um uns vor anderen zu schützen. Selbstmitgefühl entsteht aus Liebe – wir schätzen, wer wir wirklich sind.

Selbstmitgefühl ist alles andere als schwach zu sein

Sich selbst gegenüber hart zu sein, ist Feigheit – es ist einfacher, sich selbst zu bestrafen, als zu lernen, sein ganzes Selbst zu akzeptieren (Fehler eingeschlossen).

In unserer Kultur ist es notwendig, die Selbstakzeptanz und die Freundlichkeit zu verstehen, zu studieren und zu kultivieren. Unser Mangel an Selbstmitgefühl ist laut Christine Brähler „nicht unsere Schuld“. In ihrem Buch Selbstmitgefühl entwickeln* erklärt sie, wie unsere mitfühlenden Fähigkeiten biologisch, vererbt, konditioniert und gelernt sind.

Vor Tausenden von Jahren mussten die Menschen vor Bedrohungen und Gefahren auf der Hut sein – ihre Gehirne waren auf Wachsamkeit und Selbstschutz eingestellt. Wie Du erzogen wurdest, bestimmt auch deine Beziehung zu Selbstmitgefühl. Der Autor erörtert, wie traumatische Erfahrungen und frühere Entwicklungsherausforderungen im Leben auch unsere Gehirnfunktionen beeinflussen.

Die gute Nachricht ist, dass wir unsere Gehirne trainieren und neu verdrahten können, um mehr Selbstmitgefühl zu entwickeln.

„Setze zuerst Du deine Sauerstoffmaske auf. Nur so kannst Du die anderen retten.“

Die meisten Menschen wünschen sich ein hohes Selbstwertgefühl – sie glauben, dass ihr Glück davon abhängt. Die Selbstachtung ist der innere Feind. Sie ermutigt dazu, sich selbst in guten oder schlechten Definitionen zu sehen.

Wir glauben fälschlicherweise, dass Selbstkritik uns zum Handeln treibt. Wenn wir jedoch hart mit uns selbst umgehen, werden wir sowohl zum Angreifer als auch zum Angegriffenen.

Wie Chögyam Rinpoche * sagte, ist eine objektivere Realität effektiver: „Die Probleme zu erkennen und mit ihnen fertig zu werden, ist oft die Grundlage für eine langfristige Freundschaft. Da Du all die negativen Aspekte kennst, musst Du dich nicht vor dieser Seite der Beziehung (mit dir selbst) verstecken“.

Mitgefühl ist dein Verbündeter, besonders in harten Zeiten.

Mitfühlende Handlungen uns selbst oder anderen gegenüber setzen ‚Wohlfühlhormone‘ frei. Erhöhte Oxytocinspiegel lösen stark Gefühle von Vertrauen, Ruhe, Sicherheit, Großzügigkeit und Verbundenheit aus.

Um dich um andere zu kümmern, musst Du zuerst deine Sauerstoffmaske aufsetzen – Du kannst andere Menschen nicht wirklich lieben, wenn Du dich selbst nicht liebst.

Wie man den inneren Feind besiegt

„Das Mitgefühl ist die Grundlage des menschlichen Überlebens, es ist das, was das menschliche Leben wertvoll und sinnvoll macht.“

– Dalai Lama

Umarme die bedingungslose Selbstakzeptanz:*

Albert Ellis, der Vater der Rational Emotive Behavior Therapy, prägte diesen Begriff, um sich auf eine grundlegende, aber oft übersehene Wahrheit zu beziehen – wir sind weniger als perfekt. Zu akzeptieren, dass Du ein fehlbarer Mensch bist, ist der erste Schritt, um mit dir selbst ins Reine zu kommen. Bedingungslose Selbstakzeptanz ist nicht der einfache Ausweg; es ist der erste Schritt, um auf gesunde Weise Selbstverbesserung zu betreiben.

„Akzeptiere, dass Du manchmal gute Leistungen erbringen wirst, aber Du wirst dich auch irren und versagen. Ihr seid die Summe all eurer Teile – nicht nur die schlechten oder guten. Umarme bedingungslos dein ganzes Selbst, ohne urteilend zu sein.“

Liebe dich selbst, besonders in harten Zeiten:

„Mitgefühl ist nicht Mitleid fühlen – es ist Liebe fühlen.“

Es ist leicht, dein perfektes Bild auf Instagram zu mögen, wenn sich alles gut anfühlt und gut aussieht. Aber gerade in harten Zeiten musst Du mehr Mitgefühl mit dir selbst haben.

Erkenne deine Fehler, ohne dich dafür anzugreifen, weil Du dich geirrt hast.

Eine kleine Übung

Formuliere extreme Selbstkritik: Wenn deine innere Stimme kritische Urteile fällt, mäßige diese Gedanken, indem Du sie bewusst machst. Wenn Du denkst „Ich bin nutzlos“, dann sage dir „Nicht alles, was ich tue, geschieht so, wie ich es gerne hätte“. Wenn Du denkst: „Ich bin nicht intelligent genug“, dann sage dir „Ich muss weiter lernen und mich verbessern“.

Ändere deine wertenden Worte auf eine positive Art und Weise um.

Die oben genannten sind nur Beispiele, benutze deine eigenen Worte. Finde einen Weg, dich selbst Durch eine freundlichere Art zu beobachten. Es geht nicht darum, die Messlatte tiefer zu legen, sondern sich auf das zu konzentrieren, was Du verbessern kannst – Kritik bringt dich nur ins Stocken.


Die Neurowissenschaft beginnt zu verstehen, welche tiefgreifenden Auswirkungen Achtsamkeit und Mitgefühl auf das Gehirn haben. Mitgefühl ist nicht nur eine religiöse Sache. Wie der Dalai Lama sagte:

„Versuche nicht, das, was Du vom Buddhismus lernst, zu benutzen, um Buddhist zu sein; benutze es, um ein besserer ‚zu-was-auch-immer-Du-bereit-bist‘ zu sein“.

Dalai Lama

Zu sich selbst freundlich zu sein ist alles andere als schwach zu sein. Es braucht einen starken Charakter, um sich deiner objektiven Realität zu stellen – Du bist verletzlich und unvollkommen vollkommen. Trainiere deinen Geist freundlicher, toleranter und selbstmitfühlender zu dir selbst zu sein. Dafür brauchst Du keine Erlaubnis.


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